11 Feb Digital Transformation: Der richtige Führungsstil als Voraussetzung zum Erfolg

Digital Transformation Teil 3: Anderer Führungsstil zwingend erforderlich

Ein Beitrag von TRANSFORM-First® – das Expertennetz für Unternehmenstransformation.

Autoren: Günter Conrad und Dr. Errit Schlossberger

 Digital Transformation: High Performing Team

In diesem dritten von fünf Beiträgen von TRANSFORM-First über das Phänomen der Digitalen Transformation, wird gezeigt, dass digitale Veränderungen nur mit teamorientierter Führung auf allen Ebenen Erfolg haben können.

Die Frage im ersten Beitrag „Digital Transformation – nur ein neuer Hype?“ wurde mit einem klaren NEIN beantwortet. Vielmehr hat Digital Transformation existentielle Bedeutung für die meisten Unternehmen. Der zweite Beitrag stellte die fünf wichtigsten Schritte für eine erfolgreiche Transformation vor.

1. Digital Transformation erfordert auch Transformation der Führung

Die Digital Transformation bedarf einer neuartigen Team-orientierten Führungskultur als Voraussetzung für eine erfolgreiche Digitalisierung. Pepe Guardiola oder Jürgen Klopp sind exzellente Beispiele für eine moderne Teamführung, die quasi “aus dem Stand” Hochleistungsteams im Sport hervorbringen.

  • “Jürgen Klopp verzaubert England”, titeln namhafte Tageszeitungen. Denn innerhalb von nur zwei Monaten hat Klopp aus dem Mittelklasse-Club FC Liverpool einen Titelanwärter der britischen Premier League gemacht. Sieben von acht Spielen hat seine transformierte Mannschaft seit seiner Führung gewonnen. Klopp nutzte dabei brilliant und individuell die für jedes einzelne Match benötigten Stärken seiner Spieler.
  • Ein weiteres herausragendes Beispiel für den Erfolg mit “High Performing Teams” in der Wirtschaft sind natürlich die dm Drogeriemärkte. Seit vielen Jahren setzt das Unternehmen seinen Wachstumskurs kontinuierlich fort, während Wettbewerber wie zum Beispiel Schlecker Konkurs anmelden mussten. Mit der Strategie der “dialogischen Führung” setzt dm gemäß dem Grundsatz “Weisheit der Vielen” dezentrale Verantwortungsübergabe, Entscheidungskompetenz und Selbstkontrolle konsequent ein. Dabei entsteht auch Freiraum für neue und ganz wunderbar emotionale, digitale Innovationen, wie zum Beispiel der “Produktdesigner” für Familienfotos auf Shampoos und Seifen.

Diese modernen Lenker und Trainer unserer Zeit schaffen es, ihre Spieler so zu inspirieren, dass diese in jeder Sekunde ihre geistigen, emotionalen und körperlichen Fähigkeiten zum Erfolg der Mannschaft und aus einem authentischen Wir-Gefühl heraus einsetzen wollen. Mit einer klaren und starken Vision werden die Potentiale selbst ausgeprägtester Egos im Team auf die gemeinsame Sache hin fokussiert.

Digital Transformation: Impuls 1

Qualifizierte Team-basierte Führung kann aus JEDEM Team ein Spitzenteam machen. Mit ihnen gelingt es dann der Team-orientierten Geschäftsführung ihr Unternehmen digital zu transformieren und an die Spitze führen. Die Werkzeuge für die Einführung einer solchen Teamorganisation stehen bereit und haben sich vielfach bewährt. Die gesamte Geschäftsführung muss es nur konsequent wollen. Was hindert Sie jetzt noch daran?

 

2. Er-Folge sind die Folge Team-orientierter digitaler Führung

Welche Fähigkeiten muss eine digital transformierende Führungskraft mitbringen?

Wie im Sport geht es darum,

  • diszipliniert eine Strategie und Leitlinien zu entwickeln und diese mit gutem unternehmerischen Gespür auch konsequent umzusetzen
  • dabei trotzdem beweglich, aufmerksam und schnell zu sein
  • technisches Verständnis zu haben, um die Möglichkeiten der Digitalisierung zu erkennen und zu nutzen, und so mit klugen Innovationen zu überraschen
  • Talente eines Change Managers zu haben um alle Beteiligten ins digitale Boot zu holen und zu begeistern
  • dabei auch selbst echte Freude am Tun zu haben und fit zu sein und
  • mit eigener starker Persönlichkeit fair und vor allem wertebasiert zu führen.

Solche Fähigkeiten sind natürlich rar gesäht. Das Wichtigste ist wohl, dass die „digitale Führung“ es schafft, die vorhandenen Stärken und Leidenschaften der eigenen Mitarbeiter mit einem Netzwerk von externen Dienstleistern derart zu einem Team zu verflechten, dass der bestmögliche Fortschritt und Erfolg für das Unternehmens entstehen wird.

Wie sagte jüngst der Trainer Pepe Guardiola sinngemäß nach einem verlorenen Spiel gegen Arsenal London: “Wieso Krise? Hauptsache ist, wir haben gut gespielt.” Guardiola weiß am besten, dass ein Sieg die logische Folge eines guten Spiels ist. Solange die große Linie stimmt,  darf man auch mal ein Spiel verlieren.

Digital Transformation: Impuls 2

Nur das Unternehmen, das Mitarbeiter und zudem seine Kunden mit einer Team-orientierten digitalen Führung begeistert, hat heutzutage die Chance, Marktführer zu werden

3. Befehl und Gehorsam haben ausgedient

Die notwendige digitale Führung kann natürlich nur in einer entsprechenden Team-basierten Organisation funktionieren.Eine digitale Transformation ist zum Scheitern verurteilt, wenn herkömmliche und veraltete Organisationsformen und Stile vorherrschen. So einfach ist das. Dann ist ein echter Kulturwandel fällig, Erkennen Sie sich hier in den Merkmalen der Vergangenheit wieder?

  • Eingeschliffenes Abteilungsdenken und permanente Absicherungsstrategien
  • Mangelnde Inspiration wird durch unflexibles und langsames Prozessdenken aufgefangen und so verschleiert
  • Ängstliche und angepasste Mitarbeiter mit reduzierter Produktivität fallen im Rahmen der bestehenden gesetzten Normen nicht weiter (negativ) auf
  • Nicht-Leistungen Einzelner lassen sich mit bürokratischen Prozessen kaschieren
  • Viele werden für die Versäumnisse Einzelner in Sippenhaft genommen
  • Pauschales Aufräumen nach der Rasenmäher-Methode und ohne Ansehen der Personen
  • Kein gemeinsames Ganzes, sondern eine Ansammlung von Ich-Veranstaltungen
  • Veränderungsanstrengungen, selbst der obersten Führung, bleiben in der “Lähmschicht” stecken
  • Die hochgeschraubten und vielversprechenden Erwartungen der Kunden an die Marken eines Unternehmens lassen sich durch die Mitarbeiter nur noch schwer erfüllen.

Diese Energiefresser sind der berühmte Sand im Getriebe vieler Unternehmen. Und sie tauchen auf, egal wo man hinschaut. Der Wirkungsgrad jedes Einzelnen und jeder gut gemeinten Aktion wird dadurch massiv reduziert – und das oft nicht wahrnehmbar, geschweige denn klar sichtbar. Euphorisch gestartete Aktionen verlaufen in der Desillusionierung und enden abrupt in der Enttäuschung.

Selbst im Angesicht schlagkräftiger Wettbewerber und wirklich bedrohlicher Marksituationen bleibt die Lähmung in den Strukturen bestehen (wie das Erstarren einer Maus vor der Katze). Erst schwerwiegende wirtschaftliche Probleme führen zum Umdenken. Häufig ist es dann aber schon zu spät, den Tanker auf einen neuen Kurs zu bringen. Veränderung muss daher frühzeitig und ganzheitlich starten, damit die Bereitschaft zur Verhaltensänderung ausreichend Raum greifen kann. Eine vorausschauende Strategie hilft dabei, aus einer noch komfortablen Position Neues zu entwickeln und voranzuschreiten, anstatt hinterherzurennen und nur noch zu retten, was zu retten ist.

Digital Transformation: Impuls 3

Digital Transformation wirkt nur bei rechtzeitiger Kurs- und Verhaltensänderung. Dabei ist das gesamte Top-Management eines Unternehmens gefordert. Fehlt hier ein gemeinsames und überzeugendes Denken, Auftreten und Handeln, so wird niemand die existierenden Komfortzonen verlassen. Die Märkte reagieren heutzutage negativ auf solch menschliches Beharrungsvermögen und den damit einhergehenden spürbaren Widerstand im Umgang mit den Kunden.

4. Heutige Komplexität und Geschwindigkeit ist nur mit High Performing Teams beherrschbar

Sobald Wettbewerber mit Ihren High Performing Teams im eigenen Markt auftauchen oder die konsequente Digitalisierung der eigenen Schlüsselbereiche im Unternehmen stattfinden muss, ist der Ansatz „Befehl und Gehorsam“ am Ende. Alle bislang noch erfolgreichen Führungs”versuche” werden am Diktat der Geschwindigkeit und der Komplexität der an der Spitze zu treffenden Entscheidungen scheitern. Bis eine Entscheidung den „Letzten in der Befehlskette“ erreicht hat, läuft bereits die nächste Eroberungswelle eines Wettbewerbers. Die Überforderung der Führungsmannschaften – geistig wie auch körperlich – wird dann zur Regel. Das ist heute vielerorts zu beobachten, auch bei „noch“ so berühmten Marktteilnehmern – trotz ihrer Versuche, sich immer noch als erfolgreich darzustellen.

Wird eine Organisation “digitalisiert”, ohne den alten Führungsstil auf ALLEN Ebenen durch digitale Führung zu ersetzen, werden die erwarteten positiven Wirkungen der Digital Transformation ausbleiben – schlimmer noch, ins Gegenteil verkehrt – und die Lähmung nur noch erhöht. Der Absturz ist dann nur eine Frage der Zeit.

Digital Transformation: Impuls 4

High Performing Teams sind die Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Transformation zu einer schlagkräftigen digitalen Organisation.

5. High Performing Teams führen und organisieren sich selbst

 

Die zukünftige Aufgabe einer digitalen Führungskraft wird es sein, High Performing Teams zu bilden und ihnen den vertrauensvollen Rahmen und Raum für Selbstführung und Selbstorganisation zu geben.

  • Mitarbeiter sind grundsätzlich aus sich heraus motiviert. Vertrauensbildung ist notwendig, um extrinsisch geübte Motivation zu „entlernen“ und intrinsische Motivation wieder sichtbar werden zu lassen. Variable monetäre Anreize sind zumindest im Hinblick auf Einzelleistungen zu reduzieren bzw. zu eliminieren, um der übergreifenden Teamorientierung wieder Platz zu geben.
  • Die Führungskraft ist zukünftig Stratege, Coach und Moderator – so viel, aber auch nicht mehr. Das mag zunächst provokant klingen, ist aber so. Sie kann die Komplexität doch selbst gar nicht so erfassen und erkennen wie es ein Team in seiner Summe schaffen wird. Das Team kann sich aus eigenem Antrieb selbst entfalten, selbst kreativ sein, selbst die notwendigen Informationen beschaffen und selbst im Rahmen gesetzter Rahmenbedingungen schnell entscheiden.
  • Die Führungskraft nimmt ihre “Rollen wahr”, statt eine “Position ein”, ist Vorbild und verkörpert den Unternehmenszweck, die Werte und die Leitlinien. Damit ist „Befehl und Gehorsam“ und  das Hineinregieren in die Autonomie der Teams passé. Die Führungskraft kann strategische Vorgaben machen, Impulse geben und Fragen stellen, aber sie sollte sich hüten, operative Antworten zu geben.

6. Positive Effekte aus digitaler Führung und digitaler Transformation

Unternehmen, die die Transformation in diesem Sinne wagen, werden in der Regel mit vielfältigen positiven Effekten belohnt. Ihre Teams …

  • arbeiten vor allem für den Unternehmenszweck und nicht nur für die Quartalsergebnisse
  • sind „empowered“ und müssen nicht mehr bis ins Kleinste “controlled” werden,
  • trauen sich wieder zu experimentieren und planen zur Fehlervermeidung nicht mehr endlos umher
  • sind transparent und ihre Ergebnisse sind wieder sichtbar
  • sind inspiriert statt nur motiviert und damit wieder im Vertrauen auf ihre eigene Kraft, die Kraft der anderen Teammitglieder, die Kraft des eigenen und der anderen Teams und die Kraft der Unternehmensmission
  • sind widerstandsfähig und körperlich wie geistig fit – neudeutsch „resilient“

Zudem werden die Umsätze steigen, weil nicht mehr aus politischen Gründen an sinnlosen Projekten festgehalten wird und sich die Mitarbeiter wieder auf die wirklich sinnvollen Themen konzentrieren können. Die Kosten werden sinken, weil Effizienz und Geschwindigkeit des Handelns steigen. Die Angst, dass die Kosten mangels Kontrolle steigen, ist in der Regel unbegründet, weil die Mitarbeiter nun sogar verantwortungsbewusster mit den zur Verfügung gestellten Mitteln umgehen. Einzelversäumnisse, die immer vorkommen, werden durch die übergreifenden positiven Effekte mehr als kompensiert. Die Kreativität der Einzelnen und der Teams schafft die Voraussetzung für erfolgreiche digitale Transformation

Digital Transformation: Impuls 5

Digitale Führungskräfte sind in erster Linie Strategen, Moderatoren und Vorbilder, die ihren Teams den Raum zur kreativen und geschäftswirksamen Entfaltung geben. So können High Performing Teams entstehen und helfen, das Unternehmen erfolgreich zu machen und es in die Champions-League zu führen. Alles erfolgt dann ohne Druck, sozusagen spielerisch.

Eines der zentralen Tools zur Schaffung von High Performing Teams wird auf unserer Website beschrieben:

http://transform-first.com/services/hr-unternehmenskultur/tlex-transformational-leadership-for-excellence/

Digital Transformation: TLEX Schaffung von High Performing Teams

Erfahren Sie im vierten Teil unserer fünfteiligen Serie, wie Sie Ihre Produkte und Services digital transformieren können.

Errit Schlossberger (admin)
eschlossberger@gmail.com
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