26 Okt Digital Transformation: In 5 Schritten zum Erfolg

Digital Transformation Teil 2: Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transformation

Ein Beitrag von TRANSFORM-First® – das Expertennetz für Unternehmenstransformation.
Autoren: Günter Conrad und Dr. Errit Schlossberger

Digital Transformation Adler

Dieses ist der zweite Beitrag in der 5-teiligen Serie von TRANSFORM-First über das Phänomen der Digitalen Transformation. Die Frage im ersten Beitrag „Digital Transformation – nur ein neuer Hype?“ wurde mit einem klaren NEIN beantwortet. Vielmehr hat Digital Transformation existentielle Bedeutung für die meisten Unternehmen.

Gleichzeitig entspricht eine Digital Transformation oft einer „Veränderung an Haupt und Gliedern“. Die Notwendigkeit will also gut geprüft sein und wenn man sich für den Weg entscheidet, möchte man eine gute Kondition und passendes Kartenmaterial haben, um erfolgreich anzukommen. Dieser zweite Beitrag beschäftigt sich deshalb mit den Voraussetzungen für erfolgreiche digitale Transformationen.

Viele Unternehmen scheuen das Risiko der (permanenten) Digital Transformation oder unterschätzen die Gefahr des Stillstands.

  • Laut der jüngsten „Digital Business Readiness“-Studie von Crisp Research sind 42% der in Deutschland befragten Unternehmen nur Mitläufer der Digital Transformation. Weitere 19% nehmen diesen Wandel für ihr Unternehmen noch nicht einmal an.
  • Digital Transformation gefährdet lt. der Cisco Studie „The Digital Vortex“ (Der digitale Strudel) fast jedes zweite Unternehmen durch Veränderung der Geschäftsmodelle, der Wertschöpfungsketten und der Produktangebote. Betroffene Branchen sind neben der Technologiebranche vor allem auch die Branchen Medien, Telekommunikation, Finanzwesen und Einzelhandel.

 

Digital Transformation: Impuls 1

Die Unternehmen, die nicht bereit sind oder sich zu spät auf den Weg machen, die „bewährte“ Komfortzone zu verlassen, laufen Gefahr, dass sie das gleiche Schicksal ereilt wie Quelle, Schlecker, Weltbild, Nokia oder Kodak. Klarheit über die wahre eigene Lage ist folglich die erste Voraussetzung.

 

1. Voraussetzung: Klares Verständnis der eigenen Position und Kondition

Eine strukturierte Bestandsaufnahme hilft Unternehmen festzustellen, ob eine Digital Transformation erforderlich ist und wo es Handlungsbedarf gibt. Drei strategische Fragen bedürfen einer Beantwortung:

A. Sind wir von der digitalen Transformation betroffen?

  • Welche Megatrends, Trends und Produktzyklen werden unsere Märkte grundlegend verändern?
  • Welche neuen Mitbewerber und neuen Produkte könnten die Branche jetzt oder in 6 Monaten bedrohen?

 

B. Wie reagieren wir darauf?

  • Annahme der Herausforderung und Entscheidung, sich signifikant in Richtung Zukunftsfähigkeit zu transformieren
  • Pilotprojekt ähnlich einem Forschungsballon, um in neue Sphären vorzustoßen
  • Geringfügige, inkrementelle Anpassungen
  • Nichtstun

 

C. Haben wir die erforderlichen Kräfte, Ressourcen und Skills? Wie erhalten wir diese und wie viel Zeit brauchen wir?

Eine Checkliste hilft, die eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen und ggf. externe Kompetenzen hinzuzuziehen:

  • Klare und gelebte Unternehmensstrategie
  • Klar formulierte Ziele und transparente Zielverfolgung (Cockpit-Reporting)
  • Stringentes und erfahrenes Programm-Management
  • Ausreichend finanzielle Mittel
  • Stärke der Kundenbindung und der Marke bzw. der Produktmarken
  • Intensität und Qualität des Kundendialogs
  • Grad der echten Begeisterung der Kunden
  • Professionalität der Innovationsprozesse sowie des Patent- und Lizenz-Managements
  • Richtige Produktbreite oder -tiefe
  • Qualität der Beziehungen zu den Lieferanten und Partnern
  • Loyales Personal, das die Veränderung annimmt
  • Eine Führungskultur mit Hochleistungsteams, die ganzheitlich, eigenverantwortlich und bereichsübergreifend denken und in der Digital Transformation Chefsache ist

 

Digital Transformation: Impuls 2

Nur wer die digitalen Stärken und Schwächen seines Unternehmens kennt, kann die Voraussetzungen schaffen, Neues in die Welt zu bringen.

 

2. Voraussetzung: Klare und verinnerlichte Unternehmensstrategie

Nur ein klar ausgerichtetes Unternehmen kann die Kräfte wie ein Laser bündeln und Höchstleistungen vollbringen. Es sollte in der Lage sein, seine neue, digital induzierte Unternehmensstrategie und Vision in kürzester Zeit zu formulieren bzw. zu schärfen, ohne dass Heerscharen von Beratern über Monate Analysen durchführen. Erprobte und effiziente Verfahren stehen dafür sofort zur Verfügung. z.B. das seit Jahrzehnten bewährte Verfahren des TRANSFORM-First Netzes: StrategieKompakt.DIGITALE TRANSFORMATION StrategieKompakt

Digital Transformation StrategieKompakt

“The Transformation Imperative”, T. Vollmann, IMD Lausanne

Klar strukturiert und effizient werden mit StrategieKompakt die wichtigsten strategischen Fragestellungen beantwortet, wie:

  • Was sind die vorherrschenden digitalen Trends und die Trendbrüche?
  • Welche Erwartungen haben die Stakeholder an das Unternehmen?
  • Und noch grundsätzlicher: Warum existiert das Unternehmen überhaupt – welche einzigartigen Mehrwerte liefert es seinen Kunden – heute und in der Zukunft?
  • Welche Exklusiv- oder Kernkompetenzen hat das Unternehmen?
  • Alle sechs Monate sollte zudem überprüft werden, ob es neue und für die Strategie relevante Entwicklungen gibt.

 

Die renommierte amerikanische Altimeter Group nennt drei Schlüsselfaktoren für den Erfolg einer digitalen Transformation:

  • Eine klare Vision und eine die digitale Transformation treibende Führung
  • Die schnellstmögliche Optimierung des digitalen Nutzererlebnisses
  • Das Einsetzen eines Digital Transformation Teams

 

Digital Transformation: Impuls 3

Digitale Strategie und Vision liefern das Fundament für eine erfolgreiche Transformation. Durch sie wird der Blick auf das Wesentliche gelenkt. Über die Zeit „angefütterte“ Nebenthemen, die nicht in den Fokus passen, werden so offensichtlich und sollten schnellstmöglich auf den Prüfstand gestellt werden.

 

3. Voraussetzung: Diszipliniertes Programm-Management

Eine erfolgreiche Veränderung „An Haupt und Gliedern“ setzt eine qualifizierte Planung der einzelnen Projekte, ihrer Abfolge und des erforderlichen Know-Hows voraus.

Entsprechend folgt der angepassten Strategie eine Umsetzungsplanung, in der alle erforderlichen Projekte, einem Siedlungsplan vergleichbar, identifiziert und definiert werden. Alle Projekte ergeben zusammen das Transformationsprogramm, aus dem der Gesamtaufwand (personell, finanziell und maschinell) und die Zeitspannen ersichtlich sind und „beschlossen“ werden können.

Diszipliniertes Programm-Management gilt übrigens nicht nur für „grosse Konzerne“ sondern für jedes sich transformierende Unternehmen. Wenn bis zu 50% der verfügbaren Ressourcen für das Transformationsprogramm erforderlich sein werden, ist es egal, ob es sich um 50 Mitarbeiter oder 5.000 handelt.

Die Schwierigkeiten bei der Einführung des Mautsystems für LKWs haben gezeigt, welche enormen Verluste entstehen können, wenn nicht alle Beteiligten willens und in der Lage sind, sich diszipliniertem Programmangement zu unterwerfen.

 

Digital Transformation: Impuls 4

Um die Chancen von Transformationsprogrammen zu nutzen, den Change-Prozess zu steuern und eventuelle Risiken zu managen, ist ein qualifiziertes Programm-Management unverzichtbar.

 

4. Voraussetzung: Digitale Führung und High Performing Teams

Der Begriff „Digitale Führung“ ist natürlich ein Marketingbegriff und kann nur missverstanden werden. Es geht um Führung in der neuen digitalisierten Unternehmenswelt.

Digitale Märkte „laufen“ mit einer massiv erhöhten „Taktzahl“ und die Anzahl von „Alles oder Nichts“-Entscheidungen hat deutlich zugenommen. Herkömmliche hierarchische Strukturen sind in derartigen Umgebungen massiv überfordert, sichtbar auch an den Stress-Symptomen ihrer Mitglieder.

Entsprechend ist die Entscheidung, flache Führungsstrukturen mit all den dazugehörenden andersartigen Verhaltensweisen und Werten zu schaffen, die Grundvoraussetzung, um in der digitalen Welt erfolgreich mitzuspielen..

Ähnliches gilt für alle Mitarbeiter/Innen, die nur nach den neuen Regeln von High Performing Teams die erforderliche Leistung und Ergebnisse bringen werden.

Wahrhafte Kundenorientierung und aufgelöstes Bereichsdenken sind zwei Merkmale dieser erforderlichen Unternehmenskultur. Beim FC Bayern München darf und soll auch ein Verteidiger ein Tor schiessen.

5. Voraussetzung: Leistungsmessung

Nur klar formulierte Ziele können erreicht werden. Und nur wenn der Fortschritt immer wieder und richtig gemessen wird, gibt es eine hohe Chance auf Erfolg. Daher ist eine „Messkultur“ eine wesentliche Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Transformations-Programm. „You get what you measure!“

Digitale Transformation schafft neue Chancen, den Umsatz zu steigern und die Kosten zu senken

Folgende Beispiele verdeutlichen, welche Auswirkungen die Digital Transformation für Unternehmen haben kann:

  • Kostenreduktion durch Automatisierung von Kernprozessen entlang der Kundenkontaktpunkte
  • Produktivitätssteigerung durch den Einsatz von Kollaboration Tools
  • Entstehung ganz neuer Geschäftsfelder durch Kombination oder Ergänzung neuer Technologien
  • Erweiterung der bestehenden Produkt- und Serviceangebote durch offenere Architekturen und Kooperationen, die helfen, umfassende Problem ganzheitlich zu lösen
  • Besseres Verständnis des Kundenverhaltens durch Nutzung von Big Data-Tools
  • Steigerung der Kundenerlebnisse durch Integration und „barrierefreie“ digitale Zugangswege

 

Digital Transformation: Impuls 5

Mit einem ganzheitlichen und strukturierten Vorgehen, das Lagebeurteilung, Strategie, Design und Bewertung der Auswirkungen umfasst, erhöht sich die Chance, mit einer digitalen Transformation die gewünschten Effekte zu erzielen. Dabei geht es nicht nur um Umsatz und Kosten, sondern auch um das Schaffen einer besseren Kultur mit permanenten Innovationen und Veränderungen sowie loyaleren Kunden.

 

Erfahren Sie im dritten Teil unserer Digital Transformation-Serie, wie Digitale Führung und High Performing Teams realisiert werden können.

Linkempfehlungen:

Wikipedia: Digital Transformation
Die Serie: Digital Transformation
Die XING-Profile der Autoren: Dr. Errit Schlossberger und Günter Conrad

Errit Schlossberger (admin)
eschlossberger@gmail.com
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